Ziele und Vorhaben

unsere drei aktuellen Schwerpunkte


Problemlage

Die demokratiefördernden Potentiale des Lernortes Schule werden zumeist unzureichend genutzt. Zentrales Hindernis hierfür ist die nachrangige Rolle des sozialen Lernens und der politischen Bildung in der Praxis gegenüber der Vermittlung fächergebundener Kompetenzen, obwohl dies im Widerspruch zu den in den Schulgesetzen der Länder vorgegebenen schulischen Kernaufgaben steht.

Schulische Akteur*innen stoßen bei der Demokratiebildung, Antidiskriminierungsarbeit und Stärkung von Inklusion und Partizipation auf organisatorische und fachliche Mängel, die sie oftmals mit den in der Schule vorhandenen Angeboten, Ressourcen und Kompetenzen nicht ausgleichen können.

Viele Hürden leiten sich aus übergreifenden Richtlinien ab, die von Verwaltungen und politisch Verantwortlichen, nicht aber von schulischen Akteur*innen vor Ort gestaltet werden. Beispielsweise wird die von der Schulverwaltung vorgegebene Stundentafel in Stundenanzahl und Inhalt zumeist starr umgesetzt und nicht vom Kollegium entsprechend der standortspezifischen Anforderungen einer partizipativen Demokratieförderung entwickelt bzw. angepasst. Aufgrund des daraus resultierenden Arbeitsablaufs und der fächergebundenen Aufgaben, verfügen Lehrkräfte oft nicht über genügend Handlungsspielräume, Qualifikationen und Demokratiebildungs-Knowhow.

Die anders gelagerten Zuständigkeiten und Kompetenzen außerschulischer Akteur*innen können diese Leerstellen ausgleichen, denn sie sind nicht an die Rollenanforderungen der Lehrkräfte gebunden. Sie zeichnet oft eine breite Methodenkompetenz für Gruppenarbeit und demokratische Urteilsbildung aus und außerschulische Träger halten vielfältige thematisch-passende Angebote für Schulen bereit. Folgende Punkte stehen aber einer zufriedenstellende Zusammenarbeit beider Seiten im Wege:
  • In Präsenz und Reichweite außerschulischer Angebote gibt es große regionale Unterschiede, sowohl in der Fläche als auch bezogen auf das Stadt-Land-Gefälle.
  • Die Qualitätsstandards außerschulischer Angebote und Träger, entsprechen nicht immer den fachlichen Anforderungen der Schule. Dies ist u.a. auf die häufig wechselnde Projektförderung der Träger und den daraus resultierenden prekären Arbeitsbedingungen bzw. der Fluktuation der Mitarbeitenden zurückzuführen.
  • Oft kennen die externen Referent*innen die Binnendynamiken des Schulalltags nur unzureichend und können ihre Angebote nicht angemessen an die schulischen Gegebenheiten anpassen.

Lösung

Das KNW als Vernetzungspartner für schulische und außerschulische Akteur*innen
Die KNW Mitglieder haben vielfältige und langjährige Erfahrungen, da sie sowohl als Träger außerschulischer Angebote, als auch in deren Koordinierung sowie in der Qualifizierung der Akteur*innen an der Schnittstelle von schulischer und außerschulischer Arbeit tätig sind. Die daraus resultierenden gebündelten Erkenntnisse führen zur Entwicklung von Maßnahmen, welche die beschriebenen Hindernisse der Kooperation von Schule mit außerschulischen Akteur*innen überwinden können. Mit ihnen sollen das Gelingen guter und erfolgreicher Kooperationen sichergestellt und damit bundesweit mehr erfolgreiche Kooperationen möglich gemacht werden. Maßnahmen des KNW hierfür sind u.a.:

  • Erarbeitung einer vorläufigen Bestandsaufnahme auf Grundlage der Erfahrungen der KNW-Mitglieder.
  • Aufzeigen von Maßnahmen, mit denen die Kommunikation zu Bedarfen und Angeboten zwischen den Akteur*innen verbessert werden kann.
  • Qualifizierung außerschulischer Anbieter, damit sie Bedarfe und Strukturvoraussetzungen von Schule berücksichtigen.
  • Markierung der kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfe der Schulen in verschiedenen Themenfeldern und Handlungsbereichen.
Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Ministerien, Ämter und nachgeordnete Behörden
Das KNW macht sich gegenüber Vertreter*innen der zuständigen Stellen in den Verwaltungen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene für die Etablierung kontinuierlicher Kommunikationsstrukturen zwischen schulischen und außerschulischen Akteur*innen ebenso stark wie für die Bereitstellung von Ressourcen zur Initiierung und den Ausbau von Kooperationen.
Das KNW sensibilisiert Vertreter*innen der Kultusministerkonferenz, Kultus- bzw. Bildungsministerien und Schulämtern mit dem Ziel, Kooperationen schulischer und außerschulischer Akteur*innen in Regelstrukturen bzw. kontinuierliche Kommunikation zu überführen und entsprechende Spielräume sowie Mittel hierfür bereitzustellen.

Das KNW bringt die Partner*innen der verschiedenen Säulen des Bundesprogramms „Demokratie leben! (Bund, Land, Kommune) in geeigneten Formaten zusammen, um die Zusammenarbeit schulischer und außerschulischer Akteur*innen zu stärken. Hierzu führt das KNW u.a. Fachtage durch, initiiert Expert*innenrunden und erstellt Publikationen.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Akteur*innen (außer)schulischer Einrichtungen
Das KNW dokumentiert und evaluiert die Beispiele gelingender Zusammenarbeit schulischer und außerschulischer Akteur*innen und unterstützt auf der Basis der daraus resultierenden Schlussfolgerungen Akteur*innen (außer)schulischer Einrichtungen bei der Initiierung bzw. dem Ausbau von Kooperationen. Dies geschieht u.a. mittels Fachaustauschen, Moderationsangeboten und der Bereitstellung von Arbeitsinstrumenten in den Veränderungsprozessen hin zu gelingender Kooperation.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Multiplikator*innen 
Das KNW identifiziert Multiplikator*innen, die eine gelingende Kooperation schulischer und außerschulischer Akteur*innen fördern und unterstützt sie mittels Fachaustausch, Qualifizierung und Bereitstellung von Arbeitsinstrumenten bei der Entwicklung und der Umsetzung passgenauer Angebote und die externe Begleitung von Kooperationsprojekten.

– –


Problemlage 

Demokratiebildung befähigt Jugendliche, eine eigene demokratische Haltung zu entwickeln und sich an gesellschaftlichen Aushandlungs- und Gestaltungsprozessen zu beteiligen. Viele Demokratiebildungsprojekte kommen unter dem Zeitdruck des pädagogischen Alltages aber oftmals zufällig zustande, es mangelt an erfolgreichen Kooperationen, inhaltlicher, methodischer und struktureller Qualität sowie an synchronisierten Angeboten. Den Akteur*innen fehlen Wissen und Entscheidungsgrundlagen, um qualitative Projekte und erfolgreiche Kooperationen einzugehen und so Demokratiebildung wirksamer und effizienter zu gestalten.


Lösung

Unsere Vision ist es, schulische und außerschulische Akteur*innen dazu zu befähigen, eine wirkungsvolle Demokratiebildungsarbeit zu realisieren. Dazu unterstützt das Kompetenznetzwerk Demokratiebildung im Jugendalter durch:

a) Sensibilisierung und Wissen zu Qualität in der Demokratiebildung
Die Mitgliedsorganisationen im KNW bündeln die von ihnen bereits erarbeiteten Materialien zum Thema Qualität und stellen diese den Akteur*innen zur Verfügung. Das KNW identifiziert Praxisbedarfe und gibt entsprechenden Hilfestellungen, um qualitativ gute Angebote der Demokratiebildung zu erkennen.

b) Qualitätskriterien, welche die Kooperation schulischer und ausschulischer Partner*innen stärkt
Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) entwickelt im Kompetenznetzwerk Demokratiebildung im Jugendalter Qualitätskriterien der Demokratiebildung – gemeinsam mit Jugendlichen, Akteur*innen der schulischen und außerschulischen Praxis sowie Vertreter*innen der öffentlichen Verwaltung und Wissenschaft. Die DKJS bereitet die Qualitätskriterien in einem partizipativen Prozess mit allen relevanten Zielgruppen praxisorientiert auf. In einer zweiten Phase werde diese in Kooperation mit Transferpartner*innen in die bundesweite schulische und außerschulische Demokratiebildung und deren Regelstrukturen übertragen.

Ziel ist die Entwicklung eines Selbstchecks als praxisnahes Tool für Demokratiebildner*innen, das als Arbeitshilfe dient und Entwicklungsperspektiven in verschiedenen Qualitätsfeldern von kooperativen Demokratiebildungsprojekten aufzeigen kann. Gemeinsam mit Jugendlichen und erwachsenen Begleitpersonen aus der Praxis, Fachöffentlichkeit, Wissenschaft und Politik sammelt, entwickelt, diskutiert und testet die DKJS Arbeitsmaterialien (wie z.B. Leitfäden, Erklärfilme, Fachartikel, gute Beispiele, Reflexionsfragen), die den jeweiligen Qualitätsfeldern zugeordnet sind. Mit diesem Tool unterstützt die DKJS Demokratiebildner*innen dabei, ihre Demokratiebildungsprojekte jugendorientiert umzusetzen, die Rahmenbedingungen von Projekten bestmöglich zu nutzen und somit die Potenziale der Kooperation auszuschöpfen.

Die Expertisen der Mitgliedsorganisationen des KNW ergänzen die von der DKJS entwickelten Qualitätskriterien der Demokratiebildung, sodass der praxisnahe Selbstcheck auch auf die Bildungskontexte der anderen Einzelorganisationen des KNWs angewandt werden kann. So erreicht das KNW alle seine Zielgruppen; diese können an diese Instrumente anknüpfen und sie für ihre Arbeit nutzen. So erreicht das KNW eine weitreichende Übertragung und Verankerung in die Regelstrukturen.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Ministerien, Ämter und nachgeordnete Behörden
Vertreter*innen von KMK, Kultus- bzw. Bildungsministerien und Schulämtern sind sensibilisiert für Qualität in der Demokratiebildung, fördern Demokratiebildung in der Praxis unter Berücksichtigung von Qualitätskriterien und unterstützen wirksame Kooperationen zwischen schulischen und außerschulischen Partnern.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Multiplikator*innen
Multiplikator*innen entwickeln ihre Demokratiebildungsarbeit qualitativ weiter und schöpfen die Potentiale von Kooperationen aus.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Akteur*innen (außer)schulischer Einrichtungen
Akteur*innen der Demokratiebildung entwickeln ihre Projekte unter Berücksichtigung von Qualität weiter und schöpfen die Potentiale von Kooperationen aus.


– –


Problemlage

Demokratiefeindliche Vorfälle sind Begebenheiten oder Taten, die menschliche Grundfreiheiten oder Grundrechte einschränken, verletzen oder Menschen diese absprechen wollen. Demokratiefeindliche Vorfälle begegnen uns täglich in vielen Bereichen; auch in schulischen und außerschulischen Einrichtungen. Beispielsweise wenn eine Schülerin in der Schule Rassismus erfährt oder wenn eine pädagogische Fachkraft in einer offenen Jugendeinrichtung mit verfassungsfeindlichen Äußerungen und Symbolen von Jugendlichen konfrontiert wird. Manche dieser Vorfälle sind strafrechtlich relevant, andere nicht. Sie sind jedoch nicht weniger verletzend und grenzen in jedem Fall Menschen aus.

Auch Akteur*innen der Demokratiebildung kommen bei ihrer Arbeit mit jungen Menschen in schwierige Situationen. So werden Lehrkräfte im Kollegium oder bei Elternabenden angegriffen, wenn diese ihre (geplanten) Demokratiebildungsprojekte vorstellen. Außerschulischen Partner*innen begegnen häufig nicht bzw. unzureichend bearbeitete oder gemeldete demokratiefeindliche Haltungen in Klassenverbünden, wie z.B. Mobbing oder gegenüber Mitschüler*innen geäußerte gängige abwertende und menschenverachtende Schimpfwörter.


Lösung

Das KNW sensibilisiert Vertreter*innen der Kultusministerkonferenz, Kultus- bzw. Bildungsministerien und der Schulämter mit dem Ziel, dass diese wiederum Schulleitungen bzw. Leitungen außerschulischer Träger beauftragen, die zeitnahe Bearbeitung demokratiefeindlicher Vorfälle umzusetzen und dafür notwendige Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Das KNW sensibilisiert außerdem Vertreter*innen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Kultus- bzw. Bildungsministerien, Hochschulen und Studienseminaren mit dem Ziel, für die Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften Curricula für eine starke demokratische Praxis und Handlungssicherheit bei der Bearbeitung demokratiefeindlicher Vorfälle zu implementieren und die dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Ministerien, Ämter und nachgeordnete Behörden
Das KNW sensibilisiert Vertreter*innen der Kultusministerkonferenz, Kultus- bzw. Bildungsministerien und der Schulämter mit dem Ziel, dass diese wiederum Schulleitungen bzw. Leitungen außerschulischer Träger beauftragen, die zeitnahe Bearbeitung demokratiefeindlicher Vorfälle umzusetzen und dafür notwendige Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
Das KNW sensibilisiert außerdem Vertreter*innen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Kultus- bzw. Bildungsministerien, Hochschulen und Studienseminaren mit dem Ziel, für die Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften Curricula für eine starke demokratische Praxis und Handlungssicherheit bei der Bearbeitung demokratiefeindlicher Vorfälle zu implementieren und die dafür notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Akteur*innen (außer)schulischer Einrichtungen
Das KNW identifiziert Multiplikator*innen, die die Akteur*innen (außer)schulischer Einrichtungen bei der Bearbeitung von demokratiefeindlichen Vorfällen unterstützen. Dies erfolgt mittels Fachaustausch, Qualifizierung und der Bereitstellung von Arbeitsinstrumenten bei der Entwicklung und Umsetzung passgenauer Angebote für die externe Begleitung dieser Akteur*innen.

Zielgruppen/Ziele auf der Ebene Multiplikator*innen 
Das KNW unterstützt Akteur*innen (außer)schulischer Einrichtungen mittels Moderations-, Bildungs- und Beratungsangeboten bei der Definition demokratiefeindlicher Vorfälle und der Kompetenzerweiterung bzw. Befähigung, diese zu bearbeiten.

– –